Von der finnischen Sauna bis zum Tepidarium: 29 Saunaarten kurz erklärt – mit Temperatur, Bauweise und den Betrieben in Deutschland, in denen es sie nachweislich gibt.
Aromasauna
In einer Aromasauna werden ätherische Öle oder Duftessenzen verdampft, die den ganzen Aufenthalt über in der Luft liegen. Meist ist sie milder temperiert als die finnische Sauna.
Temperatur 55–75 °C Luftfeuchtigkeit 30–50 %übliche Werte
- Dauerhafter Duft statt einzelner Aufgüsse
- Meist mildere Temperatur
- Düfte wechseln je nach Betrieb
Außensauna
Eine Außensauna steht nicht im Gebäude, sondern im Saunagarten oder auf einer Terrasse. Zwischen den Gängen ist man direkt an der frischen Luft; die Kabine selbst ist meist eine finnische Sauna.
Temperatur 80–100 °C Luftfeuchtigkeit 5–20 %übliche Werte
- Lage: Saunagarten, Terrasse, manchmal am Wasser
- Meist finnische Sauna, oft als Blockhaus
- Abkühlen direkt im Freien
Banja
Die Banja ist die russische Form der Sauna. Sie ist feuchter als die finnische Sauna, weil häufig aufgegossen wird, und typisch ist das Abklopfen mit einem Wenik, einem Bündel aus Birken- oder Eichenzweigen.
Temperatur 60–100 °C Luftfeuchtigkeit 40–80 %übliche Werte
- Feucht-heiß durch häufige Aufgüsse
- Wenik aus Birken- oder Eichenzweigen
- Herkunft: Russland und Osteuropa
Bio-Sauna
Eine Bio-Sauna ist eine milde Saunavariante mit deutlich niedrigerer Temperatur und höherer Luftfeuchtigkeit als die finnische Sauna. Sie gilt als kreislaufschonender und eignet sich für Einsteiger und längere Aufenthalte.
Temperatur 45–60 °C Luftfeuchtigkeit 40–55 %übliche Werte
- Oft kombiniert mit Duft oder farbigem Licht
- Gut für Einsteiger und empfindliche Kreisläufe
Blockhaussauna
Eine Blockhaussauna ist aus massiven Holzstämmen oder Blockbohlen gebaut, meist als eigenes Häuschen im Saunagarten. Die dicken Wände speichern die Wärme gut; betrieben wird sie fast immer wie eine finnische Sauna.
Temperatur 80–100 °C Luftfeuchtigkeit 5–20 %übliche Werte
- Bauweise: Rundholz oder massive Blockbohlen
- Meist freistehend im Außenbereich
- Betrieb in der Regel wie eine finnische Sauna
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Caldarium
Das Caldarium stammt aus den römischen Thermen und ist ein feuchtwarmer Schwitzraum. Wände, Bänke und Boden sind beheizt, die Luft ist warm und feucht, aber weit weniger heiß als in einer Sauna.
Temperatur 40–55 °C Luftfeuchtigkeit 80–100 %übliche Werte
- Feuchtwarm, mild
- Beheizte Wände, Bänke und Boden
- Oft geflieste oder steinerne Sitzflächen
- Herkunft: römische Badekultur
Damensauna
Eine Damensauna ist keine eigene Saunaart, sondern ein geschützter Bereich, der nur Frauen offensteht – eine einzelne Kabine oder ein ganzer Saunabereich mit eigenem Ruheraum. Welche Saunen darin stehen und wie heiß sie sind, entscheidet der Betrieb.
ℹ️ Keine eigene Saunaart, sondern ein geschützter Bereich.
- Nur für Frauen zugänglich
- Oft mit eigenem Ruhebereich und eigener Dusche
- Manchmal nur an bestimmten Tagen – das regelt jeder Betrieb selbst
Dampfbad
Ein Dampfbad ist ein gefliester oder gemauerter Raum, in den heißer Dampf eingeleitet wird. Die Temperatur ist niedrig, die Luftfeuchtigkeit liegt nahe 100 %, sodass sich der Dampf als Nebel auf der Haut niederschlägt.
Temperatur 40–50 °C Luftfeuchtigkeit nahezu 100 %übliche Werte
- Bauweise: Fliesen, Stein oder Kunststoff statt Holz
- Oft mit Duftstoffen im Dampf
Eisgrotte / Kältekammer
Eine Eisgrotte ist kein Schwitzraum, sondern ein Abkühlraum für die Zeit nach dem Saunagang. Aus einem Eisbrunnen fällt gecrushtes Eis, mit dem man sich abreibt; die Luft ist kühl, aber über dem Gefrierpunkt. Deutlich kälter sind Schneeräume, in denen echter Schnee liegt.
Temperatur Eisgrotte 3–5 °C · Schneeraum −10 bis −15 °C Luftfeuchtigkeit niedrigübliche Werte
- Zum Abkühlen, nicht zum Schwitzen
- Eisgrotte: Eis aus dem Eisbrunnen, Luft knapp über 0 °C
- Schneeraum: echter Schnee, Minusgrade
- Ergänzt Tauchbecken und Kaltdusche
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Erdsauna
Eine Erdsauna ist eine Saunakabine, die ganz oder teilweise in den Boden oder in einen Hang gebaut und mit Erdreich bedeckt ist. Die Erde dämmt und speichert die Wärme, sodass die Hitze in der Kabine sehr gleichmäßig verteilt ist.
Temperatur 90–110 °C Luftfeuchtigkeit 10–20 %übliche Werte
- Bauweise: in den Boden oder Hang eingelassen, oft mit begrüntem Dach
- Beheizung: häufig mit einem Holzofen
- Lage: fast immer im Saunagarten, also im Außenbereich
Event-/Theatersauna
Eine Event- oder Theatersauna ist eine besonders große Kabine für Showaufgüsse. Die Bänke steigen wie in einem Theater an, sodass viele Gäste gleichzeitig den Aufguss mit Musik, Licht und Choreografie verfolgen können.
Temperatur 80–100 °C Luftfeuchtigkeit 5–20 %übliche Werte
- Große Kabine mit vielen Plätzen
- Stufenförmig ansteigende Bankreihen
- Showaufgüsse, oft zu festen Zeiten
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Farblichtsauna
Eine Farblichtsauna ist eine meist milde Sauna, in der wechselndes farbiges Licht für Stimmung sorgt. Technisch entspricht sie in der Regel einer Bio-Sauna.
Temperatur 45–65 °C Luftfeuchtigkeit mäßig, meist wie in der Bio-Saunaübliche Werte
- Wechselndes farbiges Licht
- Meist mild wie eine Bio-Sauna
Finnische Sauna
Die finnische Sauna ist die klassische Heißluftsauna: eine Holzkabine mit einem Ofen, auf dem Saunasteine liegen. Die Luft ist heiß und trocken, bis ein Aufguss mit Wasser auf die Steine für kurze Zeit feuchte Hitze bringt.
Temperatur 80–100 °C Luftfeuchtigkeit 5–20 %übliche Werte
- Bauweise: Holzkabine mit Bänken in mehreren Stufen
- Aufguss: Wasser, oft mit Duftkonzentrat, auf heiße Steine
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Hamam
Ein Hamam ist das traditionelle orientalische Bad: ein feuchtwarmer Raum aus Stein oder Marmor mit einer beheizten Liegefläche in der Mitte. Zum Ritual gehören meist ein Peeling mit dem Kese-Handschuh und eine Schaumwaschung.
Temperatur 40–50 °C Luftfeuchtigkeit 80–100 %übliche Werte
- Feuchtwarm, deutlich milder als eine Sauna
- Bauweise: Marmor oder Naturstein, oft mit Kuppel
- Beheizter Nabelstein als Liegefläche
- Peeling und Schaumwaschung werden oft gesondert gebucht
Heusauna
In einer Heusauna liegt Heu, oft Bergheu, in der Kabine oder in Wandnischen. Die Wärme löst den würzigen Heuduft; die Heusauna ist meist mild temperiert und in alpinen Regionen verbreitet.
Temperatur 45–60 °C Luftfeuchtigkeit 40–60 %übliche Werte
- Heu in der Kabine oder in Nischen
- Meist mild temperiert
- Typisch für alpine Wellnessbetriebe
Infrarotkabine
In einer Infrarotkabine erwärmen Infrarotstrahler den Körper direkt, statt zuerst die Luft aufzuheizen. Die Luft bleibt deshalb vergleichsweise kühl, geschwitzt wird trotzdem.
Temperatur 35–60 °C (Luft) Luftfeuchtigkeit niedrig, es wird nicht befeuchtetübliche Werte
- Wärme durch Strahlung, nicht durch heiße Luft
- Kein Aufguss
- Meist kleine Kabine für ein bis wenige Personen
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Kelo-Sauna
Eine Kelo-Sauna ist aus Kelo-Holz gebaut: Kiefern aus Lappland, die über Jahrzehnte stehend abgestorben und am Stamm getrocknet sind. Das Holz hat eine silbergraue Oberfläche und einen eigenen, harzigen Duft.
Temperatur 80–100 °C Luftfeuchtigkeit 5–20 %übliche Werte
- Holz: stehend getrocknete Polarkiefer, silbergrau
- Betrieb meist wie eine finnische Sauna
- Oft als Blockhaus im Saunagarten gebaut
Kräutersauna
In einer Kräutersauna verdampfen frische oder getrocknete Kräuter, zum Beispiel in einer Schale über dem Ofen. Ihr Duft liegt in der Luft; die Temperatur ist meist milder als in der finnischen Sauna.
Temperatur 45–60 °C Luftfeuchtigkeit 40–60 %übliche Werte
- Kräuter statt Duftkonzentrat
- Meist mildere Temperatur
- Kräuterauswahl je nach Betrieb und Jahreszeit
Laconium
Das Laconium ist ein römisches Schwitzbad mit milder, trockener Wärme. Die Hitze kommt nicht aus einem Ofen in der Luft, sondern strahlt aus beheizten Wänden, Bänken und Boden ab.
Temperatur 40–60 °C Luftfeuchtigkeit 15–20 %übliche Werte
- Trockene, milde Wärme
- Wärme strahlt aus Wänden, Bänken und Boden
- Herkunft: römische Badekultur
Lehmsauna
In einer Lehmsauna sind die Wände ganz oder teilweise mit Lehm verputzt oder aus Lehm gebaut. Lehm nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab; die Lehmsauna ist meist mild temperiert.
Temperatur 60–70 °C Luftfeuchtigkeit 15–20 %übliche Werte
- Wände mit Lehmputz oder aus Lehm
- Lehm puffert die Luftfeuchtigkeit
- Meist mild temperiert
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Panoramasauna
Eine Panoramasauna hat eine große Fensterfront, durch die man beim Saunieren nach draußen blickt, etwa auf einen See, Berge oder den Saunagarten. Technisch ist sie meist eine finnische Sauna.
Temperatur 80–100 °C Luftfeuchtigkeit 5–20 %übliche Werte
- Große, hitzebeständige Glasfront
- Ausblick als Besonderheit
- Betrieb meist wie eine finnische Sauna
Rauchsauna
Die Rauchsauna ist die Urform der finnischen Sauna. Sie wird ohne Schornstein über Stunden mit Holz vorgeheizt; bevor die Gäste hineingehen, wird der Rauch abgelassen. Die Wände sind vom Ruß geschwärzt.
Temperatur 60–90 °C Luftfeuchtigkeit 20–50 %übliche Werte
- Kein Schornstein, Rauch zieht vor der Nutzung ab
- Stundenlanges Vorheizen, daher selten
- Rußgeschwärzte Holzwände, typischer Rauchduft
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Salzsauna / Salzgrotte
Unter diesem Begriff laufen zwei Dinge: eine Sauna mit Wänden aus Salzsteinen oder mit Salz-Anwendungen, und eine Salzgrotte, ein mit Salz ausgekleideter Ruheraum mit salzhaltiger Luft bei angenehmer Raumtemperatur.
Temperatur Salzsauna 40–60 °C · Salzgrotte um 20 °C Luftfeuchtigkeit Salzsauna 40–60 % · Salzgrotte um 50 %übliche Werte
- Salzsauna: Sauna mit Salzsteinwand oder Salzpeeling
- Salzgrotte: kaum Wärme, Ruhe und salzhaltige Luft
- Was genau angeboten wird, steht beim jeweiligen Betrieb
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Sanarium
Sanarium ist ein Markenname des Saunaherstellers Klafs für eine Kabine, in der sich Temperatur und Luftfeuchtigkeit getrennt einstellen lassen. Betrieben wird es meist als milde Sauna zwischen Bio-Sauna und finnischer Sauna.
Temperatur 45–60 °C Luftfeuchtigkeit 40–55 %übliche Werte
- Meist mild, in der Art einer Bio-Sauna
- Umgangssprachlich oft gleichbedeutend mit Bio-Sauna verwendet
Schwitzstube
Schwitzstube ist eine traditionelle Bezeichnung für eine rustikale Holzkabine im Stil einer alten Bauernstube. Eine feste Bauart ist damit nicht verbunden; Temperatur und Ausstattung unterscheiden sich je nach Betrieb.
ℹ️ Für die Schwitzstube gibt es keine einheitlichen Werte – das legt jeder Betrieb selbst fest.
- Rustikale Holzstube
- Keine einheitliche Bauart
- Meist eher mild temperiert
Soledampfbad
Ein Soledampfbad ist ein Dampfbad, in dem Sole, also salzhaltiges Wasser, fein vernebelt wird. Der salzige Nebel wird eingeatmet und liegt auf der Haut, die Wärme entspricht der eines normalen Dampfbads.
Temperatur 40–50 °C Luftfeuchtigkeit nahezu 100 %übliche Werte
- Vernebelte Sole statt reinem Wasserdampf
Tepidarium
Das Tepidarium ist der lauwarme Raum der römischen Thermen und dient heute vor allem zum Aufwärmen und Ruhen. Beheizte Liegen, Wände oder Boden geben eine sanfte Wärme ab, geschwitzt wird dort kaum.
Temperatur 36–42 °C Luftfeuchtigkeit niedrig bis mäßigübliche Werte
- Beheizte Liegen oder Sitzflächen
- Ruheraum, kein Schwitzraum im eigentlichen Sinn
Textilsauna
Eine Textilsauna ist keine eigene Saunaart, sondern eine Regel des Betriebs: Hier wird mit Badebekleidung sauniert, anders als in der in Deutschland üblichen textilfreien Sauna. Die Kabine selbst ist meist eine finnische Sauna oder eine Bio-Sauna.
ℹ️ Keine eigene Saunaart, sondern eine Nutzungsregel.
- Badebekleidung erlaubt oder vorgeschrieben
- Häufig in Hotels, Schwimmbädern und Freizeitbädern
Zirbensauna
Eine Zirbensauna ist mit dem Holz der Zirbe (Zirbelkiefer) ausgekleidet, einem Alpenholz mit rötlichen Ästen. Der Duft ist harzig und intensiv; betrieben wird sie meist wie eine finnische Sauna.
Temperatur 75–95 °C Luftfeuchtigkeit 10–25 %übliche Werte
- Holz: Zirbe, hell mit rotbraunen Ästen
- Deutlicher, harziger Holzduft
Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind übliche Betriebswerte – ein Korridor zur Orientierung. Der einzelne Betrieb kann davon abweichen, beim Aufguss steigt die Feuchte kurzzeitig deutlich an.
Die Zahlen nennen die Betriebe, für die diese Saunaart belegt ist. Ein Betrieb kann sie also haben, ohne hier zu erscheinen – wir zählen nur, was nachgewiesen ist.
